Folge #27: Schlechter Sex, schlechte Dates?

In der aktuellen Folge widme ich mich der Frage, kann man schlechten Sex wissenschaftlich messen? Ja natürlich kann man das – also nicht den Sex selbst aber man kann Menschen in unterschiedlichen Beziehungskonstellationen ja zu ihrer sexuellen Zufriedenheit befragen und das auswerten.

Genau das haben haben Park & MacDonald (2021) in einer Studie mit ca. 2.000 Versuchspersonen gemacht. Es zeigte sich, dass die Unzufriedenheit positiv mit dem Wunsch nach Sex korreliert, einfach gesagt: Am unzufriedensten waren klar die, die keinen oder wenig Sex hatten, also Singles eher als verpartnerte Menschen. Haben also die verheirateten den besten Sex? Mitnichten. Auch das „Einschlafen“ des Sexlebens, Monotonie und damit auch wieder verbunden sinkende Frequenz werden als negativ erachtet.

Was genau ist nun „schlechter Sex“? Gemäß solcher Studie kann man am ehesten sagen, es ist ein Mismatch aus Erwartungen/Wünschen vs. Realität (Timing, Sicherheit, Kommunikation, Kontext).

Als zweites habe ich eine Metastudie aus 35 Einzelstudien mit knapp 35.000 Versuchspersonen zitiert, in der Anderson et al. (2026) zeigen konnten, dass zwischen monogam und nicht-monogam lebenden Menschen eine vergleichbare sexuelle Zufriedenheit herrscht (in Frequenz, Qualität usw.).

Hier liegen also sehr viele Daten vor, die den „Monogamy-Superiority-Myth“ überhaupt nicht unterstützen, aber gleichzeitig muss man natülich auch sagen, dass es keine „Polygamy-Superiority“ gibt.

Referenzen:

Park Y, MacDonald G. (2022) Single and Partnered Individuals‘ Sexual Satisfaction as a Function of Sexual Desire and Activities: Results Using a Sexual Satisfaction Scale Demonstrating Measurement Invariance Across Partnership Status. In: Arch Sex Behav. 51(1), pp. 547-564. https://doi.org/10.1007/s10508-021-02153-y.

Anderson, J. R., Hinton, J. D. X., Bondarchuk-McLaughlin, A., Rosa, S., Tan, K. J., & Moor, L. (2026). Countering the Monogamy-Superiority Myth: A Meta-Analysis of the Differences in Relationship Satisfaction and Sexual Satisfaction as a Function of Relationship Orientation. The Journal of Sex Research63(1), 130–142. https://doi-org.uaccess.univie.ac.at/10.1080/00224499.2025.2462988

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