Claire & Joerg

Herzlich Willkommen auf der Website zum Podcast von Claire und Jörg. Wir sind seit 15 Jahren ein Paar und leben etwa die Hälfte dieser Zeit unsere Ehe als offene Beziehung. Was bedeutet das? Wir leben unsere Beziehung als Paar konsensual nicht-monogam, was oft in der Alltagssprache als „polygam“ bezeichnet wird. Ist das nicht dasselbe? Tja, der Teufel steckt im Detail, wie man so schön sagt.

Konsensual nicht-monogam

Konsensual heißt, dass wir uns eben nicht gegenseitig betrügen, also fremdgehen. Wir haben uns darauf geeinigt, dass sexuelle Kontakte außerhalb unserer Beziehung, also mit anderen Menschen, erlaubt sind. Wir sind also beide nicht-monogam und es herrscht darüber ganz offen Konsens. Warum ist das so wichtig?

Nicht-konsensual nicht-monogam

Dieses noch längere Wort-Ungetüm bezeichnet Beziehungen, die offiziell monogam sind, aber eine/r oder gar beide der Partner*innen halten es nicht ganz so mit der Treue. Somit wird plötzlich ein/e Partner*in nicht-monogam, da der/die andere das aber in der Regel nicht weiß oder nicht möchte, ist diese Form dann nicht-konsensual. Spannenderweise ist diese Beziehungsform neben der monogamen die zweithäufigste, weit vor den offenen Beziehungen.

Wie viele Menschen gehen fremd? Das ist nicht einfach zu beantworten, da das ne nach Land sehr unterschiedlich sein kann. Der Kondomhersteller Durex hat im „Gobal Sex Report“ (2005) in 41 Ländern gesamt 317,000 Menschen befragt. Diese 18 Tabellen sind definitiv einen Blick wert, da ergeben sich einige Aha-Effekte, wie z.B. dass weltweit nur 44% der Menschen mit ihrem Sexleben zufrieden sind!

22% der verheirateten Menschen weltweit, anders ausgedrückt etwa jeder fünfte Mensch, hat schon einmal eine außereheliche Affäre. Und das sind nur diejenigen, die es in einer Befragung zugeben, man könnte annehmen, dass die Dunkelziffer eher nicht kleiner ist, und dass nichteheliche Beziehungen wahrscheinlich auch nicht gerade drunter liegen.

Das wollten wir anders gestalten…

Den Wunsch nach sexuellen Abenteuern mag man innerhalb einer Beziehung unterdrücken. Das schien und keine gute Lösung, also haben wir und dazu entschieden, solche Abenteuer zuzulassen. Offen und ehrlich, wir verschweigen nichts.

Fremdgehen mit Ansage?

Einige Menschen sagen, das was wir machen, sei ja nur „Fremdgehen mit Ansage“. Das kommt meist von Menschen mit einer mononormativen Denkweise und vermischt zwei Konzepte völlig: Untreue/Fremdgehen bedeutet, dass es eben heimlich und ohne Zustimmung passiert – ein Vertrauensbruch also. Offene Beziehungen bauen aber auf Ehrlichkeit, Offenheit und Konsens. Eine Heimlichkeit mit Ansage und Konsens ohne Zustimmung gibt es nicht. Und letztlich gilt: Wer das nicht möchte, muss das ja nicht machen.

Nach oben scrollen