Folge #6: Anfängerfehler und schlechte Erfahrungen

In der sechsten Folge habe ich von einem Review-Artikel (Überblick über viele Artikel der letzten 10 Jahre zum Thema) berichtet, in dem qualitativ und auch quantitativ erfasst wurde, welchen schlechten Erfahrungen Menschen im Zusammenhang mit ihrer offenen Beziehung machen mussten.

Extern berichteten die Betroffenen häufig von gesellschaftlicher Stigmatisierung, Diskriminierungserfahrungen und negativen Reaktionen im Familien- und Freundeskreis, aber auch im Arbeitsumfeld, was im Extremfall bis zu Mobbing oder Jobverlust reichte (Ein konkretes Beispiel war eine Frau, die ihre Sexualität als Domina auslebt, was nach Bekanntwerden per E-Mail in der Firma an alle geschickt wurde).

Ebenfalls extern wird von Voreingenommenheit von Fachpersonal besonders in den Bereichen physische und psychische Gesundheit berichtet, z.B. dass Psychotherapeut*innen bei Angabe der sexuellen Präferenzen innerhalb eines Therapiegesprächs dies sofort als Verursacher aller Probleme identifizieren (was selbstverständlich sein kann, aber in den häufigsten Fällen nachweislich nicht ursächlich ist).

Intern entstehen in offenen Beziehungen oftmals Konflikte mit der Primärbeziehung, meist bedingt durch Eifersucht. Das braucht man nicht schönreden, klar gibt es das auch in CNM-Beziehungen, aber die Problematik findet sich in monogamen Beziehungen genauso.

Wdowiak, K., Maciocha, A., Wąż, J., Witas, A., Chachaj, W., Słomka, P., & Gardocka, E. (2024). Open relationships – challenges and dilemmas. Journal of Education, Health and Sport, 71, 56173.

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