Gibt es „bessere“ oder „schlechtere“ Formen von offenen Beziehungen?
Geht es nach Conely & Piemonte (2021), dann könnte es darauf tatsächlich eine Antwort geben. Deren Systematic Review versucht nämlich herauszufinden, ob es innerhalb der CNM-Beziehungen Unterschiede in der Beziehungsqualität gibt. Untersucht werden dabei:
- Offene Beziehungen
- Polyamorie
- Swinger
Polyamorie und Swinging zeigen bessere Werte bei Beziehungssatisfaktion, Vertrauen und Leidenschaft als offene Beziehungen, diese wiederum berichten von mehr Eifersucht und schwächerem Commitment.
Warum schneiden offene Beziehungen schlechter ab? In zwei der Studien werden vier Hauptfaktoren identifiziert.
1.) Kommunikation
Weniger effektive Kommunikationstechniken als Poly- oder Swingerpaare
2.) Motivation
Häufiger extrinsische Gründe in offenen Beziehungen (z.B. Libido-Ungleichgewicht, Distanz, Krankheit, unerfüllte Kinks…)
3.) Monogamie-Idealisierung
Stärkere Orientierung an monogamen Vorstellungen (was selbstverständlich auch Poly-Beziehungen betrifft)
4.) Kontakt zu Metamours
Weniger Bekanntschaft mit den Partner:innen der Partner:innen, daher mehr Eifersucht.
Fazit: Es gibt nicht die ideale CNM-Beziehung – Stil und Motivation sind entscheidend! Gute Kommunikation, intrinsische Motivation, weniger Monogamie-Idealisierung und mehr Metamour-Kontakt führen zu besserer Beziehungssatisfaktion und Vertrauen, auch ganz unabhängig vom Beziehungsmodell.
