“Human monogamy probably evolved from non-monogamous group living, a transition that is highly unusual among mammals”
Dr Mark Dyble
Wir Menschen würden eher nach Mordor gehen, als zuzugeben, dass die Natur vielleicht doch nicht so romantisch ist, wie sie uns der Heimatfilm gerne verkauft. Zwischen fremdvögelnden Storchen, vergewaltigenden Delfinen und die Partner nach Sex überhaupt gleich auffressenden Gottesanbeterinnen müssen wir uns fragen:
Wollen wir uns wirklich mit dem Tierreich vergleichen, besonders wenn es um die Sexualität geht? Ist das argumentativ stringent? Ich sage nein.
Man hat ja „damals“ schon immer gesagt, Homosexualität sei unnatürlich. Jetzt haben die Biolog*innen dieser Welt UNZÄHLIGE Spezies identifiziert, bei denen homosexuelle Aktivitäten völlig Gang und Gebe sind. Tja…
Jetzt heißt es halt, dieser neumoderne Quatsch mit den „offenen Beziehung“ ist völlig unnatürlich. Aber da man Tiere ja schwer nach ihren Beziehungsmodellen fragen kann, muss man da anders ran.
Eine spannende Zugangsweise sind Gentests, mit denen man prüfen kann, ob die Geschwister „full“ oder „half siblings“, also Geschwister oder Halbgeschwister sind. Bei der kalifornischen Maus sind 100% der Kinder von denselben Eltern – da kann man also sagen sie leben sozial monogam. Beim Rotfuchs sind das schon nur mehr 45%, trotzdem gilt er als sozial monogam. Der afrikanische Löwe gilt mit 19% als Spezies nicht mehr sozial monogam. In dieser Tabelle der Universität Stanford steht das Soayschaf mit gerade mal 0,6% an unterster Stelle.
(Anmerkung: Die Wurfgröße spielt hier eine Rolle, da bei größeren Würfen selbstverständlich gleich etliche „full siblings“ entstehen.)
Der Mensch liegt in dieser Betrachtung mit 66% in der Tabelle zwischen Meerkatzen und Biebern. Er gilt zwar als Spezies sozial monogam, aber gerade im Naturvergleich sind die uns ähnlichsten Spezies (Primaten, Menschenaffen) weit unten in der Tabelle (1-10%).
Referenz:
