Folge #13: Testen (STDs)

2023 schrieb die MedUni Wien von einem „Rekordhoch bei sexuell übertragbaren Erkrankungen in Europa“ mit 17 Millionen gemeldeten Fällen – über die Dunkelziffer kann man nur spekulieren (Link).

Wenn es um STDs („Sexually Transmitted Diseases“) bzw. STIs (.. Infections) geht, dann hört der Spaß schnell auf. hier gelten allgemein monogame Beziehungsformen als „sicherer“ aber das kann auch ein Trugschluss sein. Zwei aktuelle Studien zeigen: Mensch in offenen Beziehungen verhalten sich dahingehen nämlich oft verantwortungsbewusster als monogame Paare.

In einer Vergleichsstudie hatten zwar CNM-Personen mehr Sexualpartner*innen, aber sie nutzten auch häufiger Kondome, ließen sich regelmäßiger testen und sprachen auch offener über STDs. In der monogamen Vergleichsgruppe dagegen hatten viele Personen Sex außerhalb der Beziehung, ohne Kondom und auch ohne, dass der/die Partner*in davon wusste.

Eine zweite Studie zeigte ebenfalls, dass die öffentliche Vorstellung, Monogamie sei ein „Schutzschild“ gegen STDs, auch nur in der Theorie funktioniert, nämlich dann wenn man sich vorher umfangend testet, 100% treu ist und auch bleibt. Das war allerdings in der Realität selten der Fall.

Das CDC (Center for Disease Control, USA) berichtet, dass 48% der gemeldeten Fälle von Chlamydien, Gonorrhoe und Syphilis aus der Gruppe der 15-24 jährigen kamen. Hier stiegen zwar die Testaktivitäten, aber damit (selbstverständlich) auch die Zahl der detektierten Fälle (Link).

Schlussfolgerung: Es geht nicht darum, welche Beziehungsform man lebt, sondern wie verantwortungsvoll man mit dem Thema Sexualität, Schutz und Kommunikation umgeht.

Lehmiller, J. (2015) A Comparison of Sexual Health History and Practices Among Monogamous and Consensually Nonmonogamous Sexual Parters.
https://www.researchgate.net/publication/282130422

Conely, T. & Piemonte, J. (2020) Monogamy as Public Policy for STD Prevention: In Theory and Practice.
https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/2372732220943228

Sexuell übertragbare Krankheiten

Zu den bekannteren Viren(infektionen) gehören HIV (1 und 2), HPV („low“ und „high risk“, über 220 Typen) und Hepatitis (A, B, C). Bei den bakteriellen Erkrankungen sind Chlamydien, Syphilis und Gonorrhoe („Tripper“) sehr weit verbreitet, aber auch etliche Infektionen, die nicht als „Geschlechtskrankheiten“ bekannt sind, können durch Sex übertragen werden

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